Ein Beweis von der Gottheit Christi
Ein einfacher Mann, dem es sehr an Bildung fehlte, der aber gern in
einem christlichen bescheidenen Werk für den Herrn tätig sein wollte,
musste sich vor seiner Anstellung einer kurzen Prüfung unterziehen. Als
er aufgefordert wurde, einige Beweise für die Gottheit Jesu Christi
anzugeben, wurde er verlegen und wusste keine Antwort zu finden.
“Welchen Grund haben Sie denn, zu glauben, dass Jesus wahrer Gott ist?”,
fragte ihn einer der Prüfenden. “Wie ich weiß, dass Jesus Gott ist?”
“Jawohl.” Des Mannes Augen füllten sich mit Tränen. Er sprang auf,
streckte seine Arme aus und im Ton dankbarer Freude rief er aus: “Er hat
meine Seele vom Tode errettet!”
C. H. Spurgeon
Dienstag, 27. August 2013
Macht der Veränderung
USA: Die Macht der Veränderung
Als Shannon McNeal noch ein kleiner Junge war, legten ihn seine älteren Brüder in eine Waschmaschine, drehten das Wasser auf und setzten sich auf den Deckel, um ihn gefangen zu halten. Ein anderes Mal, setzen sie ihn in einem Karton und warfen ihn eine Treppe hinunter, um zu sehen, ob er überleben würde. Einmal sperrten sie ihn in den Backofen, schalteten ein und blockierten die Tür mit einem Stuhl, während er schrie. Shannons Mutter war nicht da, um die Brutalität zu beenden. Die alleinerziehende Mutter hatte einen langen Arbeitstag bei einem Ford-Autowerk in Lorain, Ohio, nahe Cleveland. Ihr Mann hatte die Familie verlassen als Shannon 2 Jahre alt war, so dass die drei vaterlosen Jungen auf sich allein gestellt waren.
Hemmungslos begannen Shannons Brüder als junge Teenager mit Drogen zu handeln. Sie veranstalteten wilde Partys in ihrem Haus, während ihre Mutter in der Fabrik arbeitete. Ein männlicher Verwandter versorgte die Jungs mit harter Pornographie. Shannon wurde gezwungen pornografischen Videos anzusehen, bevor er überhaupt in die Pubertät kam – er war gerade sechs Jahre alt. Es wurde von ihm erwartet, dass er das Gesehene mit den Mädchen der Nachbarschaft ausleben würde.
„Es war nur eine Frage der Zeit, wann er mit dem Gesetz in Konflikt kommen würde.“
Als Shannon ins Teenager-Alter kam trank er, missbrauchte Drogen und verbrachte seine Zeit mit Mitgliedern einer bekannten Gang, „the Bloods“ (die Blutigen). Durch den erlebten Missbrauch in seiner Kindheit machten innere Schmerzen und Zerrissenheit sein Leben zu einer tickenden Zeitbombe. Er war wütend und unsicher. Es war nur eine Frage der Zeit, wann er mit dem Gesetz in Konflikt kommen würde. Er landete schließlich in einem Staatsgefängnis wegen Drogenkriminalität.
Die Tyrannei setzte sich bei Shannon während seines Gefängnisaufenthaltes fort, wie dies oftmals bei Menschen vorkommt, die in ihrer Kindheit Missbrauch erlebten. Weil er Mischling war (seine Mutter weiß, sein Vater schwarz), wurde er zwischen die Fronten gestellt, wenn Streitigkeiten beim Rassenspannungen aufgeflammten. Während seiner 18-monatigen Haft, brach ein Kampf aus und ein weißer Häftling stach ihm mit einer Zahnbürste, die als Waffe geschärft worden war in den Rücken. Erstaunlicherweise überlebte Shannon den Kindesmissbrauch, die Bandenkriminalität, die Kämpfe im Gefängnis – ein paar Jahre später – noch zwei ernsthafte Autounfälle. Bei einem dieser Unfälle, wurde er mit seinen Kopf durch die Windschutzscheibe eines Lkw geschleudert. Nach seiner letzten Begegnung mit dem Tod lud ihn ein Freund im Jahr 2006 ins „Freedom House“ (Haus des Friedens) ein. Alles veränderte sich.
„Ich entschied mich, göttlichen Dingen eine Chance zu geben.“
„Ich ging in diese Kirche und fühlte mich angenommen und geliebt. Ich wusste, dies ist was ich gesucht hatte“, sagt Shannon rückblickend. Sein verletztes Herz wurde geheilt – nicht nur durch die Botschaft von Jesus, sondern auch durch die Liebe der Christen, die ihn nicht verurteilten auf Grund seiner Fehler. „Ich hatte alles versucht, um die Person wieder herzustellen, die ich zerstörte“, sagte Shannon, „somit entschied ich mich, göttlichen Dingen eine Chance zu geben“. Langsam begann ich durch Menschen in der Gemeinde die Liebe Gottes zu realisieren, zu der er mich führte und durch die unverkennbaren Veränderungen, die er in meinem Leben machte.“
Shannon ist jetzt glücklich verheiratet, er gründete ein Unternehmen und plant eine Arbeit als Mentor mit problematischen Jugendlichen zu beginnen. Er und seine Frau haben eine kleine Tochter. Die Vergangenheit hat er mit Gottes Hilfe bewältigt. Den Menschen, die ihn missbraucht, vernachlässigt oder zurückgewiesen haben, hat er verziehen. Er ist ein völlig neuer Mensch mit einem strahlenden Lächeln, dem Herzen eines Dieners und mit einer liebevollen Natur.
Dies geschah durch die eindrückliche Kraft der Wiedergeburt, dem größten Wunder auf dem Planeten. Jesus selbst sagte uns, nur durch die Kraft des Heiligen Geistes, kann jemand von neuem geboren werden (siehe Johannes 3:5-7).
Quelle: SHANNON MCNEAL IM INTERVIEW MIT LEE GRADY
Als Shannon McNeal noch ein kleiner Junge war, legten ihn seine älteren Brüder in eine Waschmaschine, drehten das Wasser auf und setzten sich auf den Deckel, um ihn gefangen zu halten. Ein anderes Mal, setzen sie ihn in einem Karton und warfen ihn eine Treppe hinunter, um zu sehen, ob er überleben würde. Einmal sperrten sie ihn in den Backofen, schalteten ein und blockierten die Tür mit einem Stuhl, während er schrie. Shannons Mutter war nicht da, um die Brutalität zu beenden. Die alleinerziehende Mutter hatte einen langen Arbeitstag bei einem Ford-Autowerk in Lorain, Ohio, nahe Cleveland. Ihr Mann hatte die Familie verlassen als Shannon 2 Jahre alt war, so dass die drei vaterlosen Jungen auf sich allein gestellt waren.
Hemmungslos begannen Shannons Brüder als junge Teenager mit Drogen zu handeln. Sie veranstalteten wilde Partys in ihrem Haus, während ihre Mutter in der Fabrik arbeitete. Ein männlicher Verwandter versorgte die Jungs mit harter Pornographie. Shannon wurde gezwungen pornografischen Videos anzusehen, bevor er überhaupt in die Pubertät kam – er war gerade sechs Jahre alt. Es wurde von ihm erwartet, dass er das Gesehene mit den Mädchen der Nachbarschaft ausleben würde.
„Es war nur eine Frage der Zeit, wann er mit dem Gesetz in Konflikt kommen würde.“
Als Shannon ins Teenager-Alter kam trank er, missbrauchte Drogen und verbrachte seine Zeit mit Mitgliedern einer bekannten Gang, „the Bloods“ (die Blutigen). Durch den erlebten Missbrauch in seiner Kindheit machten innere Schmerzen und Zerrissenheit sein Leben zu einer tickenden Zeitbombe. Er war wütend und unsicher. Es war nur eine Frage der Zeit, wann er mit dem Gesetz in Konflikt kommen würde. Er landete schließlich in einem Staatsgefängnis wegen Drogenkriminalität.
Die Tyrannei setzte sich bei Shannon während seines Gefängnisaufenthaltes fort, wie dies oftmals bei Menschen vorkommt, die in ihrer Kindheit Missbrauch erlebten. Weil er Mischling war (seine Mutter weiß, sein Vater schwarz), wurde er zwischen die Fronten gestellt, wenn Streitigkeiten beim Rassenspannungen aufgeflammten. Während seiner 18-monatigen Haft, brach ein Kampf aus und ein weißer Häftling stach ihm mit einer Zahnbürste, die als Waffe geschärft worden war in den Rücken. Erstaunlicherweise überlebte Shannon den Kindesmissbrauch, die Bandenkriminalität, die Kämpfe im Gefängnis – ein paar Jahre später – noch zwei ernsthafte Autounfälle. Bei einem dieser Unfälle, wurde er mit seinen Kopf durch die Windschutzscheibe eines Lkw geschleudert. Nach seiner letzten Begegnung mit dem Tod lud ihn ein Freund im Jahr 2006 ins „Freedom House“ (Haus des Friedens) ein. Alles veränderte sich.
„Ich entschied mich, göttlichen Dingen eine Chance zu geben.“
„Ich ging in diese Kirche und fühlte mich angenommen und geliebt. Ich wusste, dies ist was ich gesucht hatte“, sagt Shannon rückblickend. Sein verletztes Herz wurde geheilt – nicht nur durch die Botschaft von Jesus, sondern auch durch die Liebe der Christen, die ihn nicht verurteilten auf Grund seiner Fehler. „Ich hatte alles versucht, um die Person wieder herzustellen, die ich zerstörte“, sagte Shannon, „somit entschied ich mich, göttlichen Dingen eine Chance zu geben“. Langsam begann ich durch Menschen in der Gemeinde die Liebe Gottes zu realisieren, zu der er mich führte und durch die unverkennbaren Veränderungen, die er in meinem Leben machte.“
Shannon ist jetzt glücklich verheiratet, er gründete ein Unternehmen und plant eine Arbeit als Mentor mit problematischen Jugendlichen zu beginnen. Er und seine Frau haben eine kleine Tochter. Die Vergangenheit hat er mit Gottes Hilfe bewältigt. Den Menschen, die ihn missbraucht, vernachlässigt oder zurückgewiesen haben, hat er verziehen. Er ist ein völlig neuer Mensch mit einem strahlenden Lächeln, dem Herzen eines Dieners und mit einer liebevollen Natur.
Dies geschah durch die eindrückliche Kraft der Wiedergeburt, dem größten Wunder auf dem Planeten. Jesus selbst sagte uns, nur durch die Kraft des Heiligen Geistes, kann jemand von neuem geboren werden (siehe Johannes 3:5-7).
Quelle: SHANNON MCNEAL IM INTERVIEW MIT LEE GRADY
Ein Mörder Teil 2
INDIEN: Ein Mörder begegnet Jesus (2)
Die Stunden vergingen und trübe Gedanken kreisten in Noors Kopf, als er am Bett seines sterbenden Sohnes saß. Musste er tatsächlich jedes seiner Kinder verlieren? War das Allahs Strafe für alle Morde und Foltertaten, die er begangen hatte? Nein, er war stets treu im Glauben gewesen. Allah hatte ihm Macht über diese Ungläubigen gegeben. Er hatte sich nichts vorzuwerfen und bereute nichts. Sein Sohn würde nicht sterben. Das würde er nicht zulassen. Er würde die ganze Welt umbringen, wenn er müsste, aber Waqar würde überleben.
Als der Arzt den Jungen erneut untersuchte, sah er, dass dieser im Sterben lag. Er schüttelte seinen Kopf und drehte sich zu dem Vater des Kindes um, um ihm zu sagen, dass keine Hoffnung mehr bestand. Doch als er sich umdrehte, war plötzlich Noors Gesicht nur ein paar Zentimeter von seinem eigenen Gesicht entfernt, und seine Augen funkelten. Er hatte ein Messer in der Hand. „Sie werden das Leben meines Sohnes retten, sonst bringe ich Sie um“, drohte er. Der Arzt blieb ruhig. „Ich kann Ihren Sohn nicht retten“, antwortete er.“ Das liegt nicht in meiner Hand. Es tut mir leid.“
„Ich kann nichts für Ihren Sohn tun, aber ich kenne jemanden, der ihn heilen kann.“
Irgendetwas stimmte hier nicht. Noor brauchte ein paar Sekunden, bis er begriff, was es war: Dieser Mann hatte keine Angst vor ihm. Er hatte ihn gerade mit dem Messer bedroht, ihm mit dem Tod gedroht, und doch hatte dieser Mann keine Angst. Er sah ruhig und friedlich aus. Noor starrte ihn an und wusste nicht, was er tun sollte. Die Macht, die er immer in sich spürte, wenn er seine Opfer quälte, war verschwunden. Er hatte keine Kontrolle über diesen Mann. Er steckte das Messer zurück in seine Tasche und sah seinen Sohn an. „In wessen Händen liegt er dann? Ich habe bereits zu allen Göttern gebetet.“ Der Arzt sah ihn voller Mitleid an. „Ich kann nichts für Ihren Sohn tun, aber ich kenne jemanden, der ihn heilen kann. Es ist der Herr Jesus Christus. Wir können zu Jesus beten, jetzt gleich, wenn Sie möchten.“
Noor Alam nickte. Gemeinsam gingen die beiden auf die Knie. Noor kannte diesen Jesus nicht, aber als er den Arzt beten hörte, war er zutiefst ergriffen. Dieser Mann betete so, als ob er seinen Gott persönlich kennen würde, als ob er lebendig wäre, als ob er sich direkt bei ihnen im Raum befände. Er betete für Waqar, als wäre er sein eigener Sohn, als würde er ihn kennen und lieben. Noor spürte die Macht in diesem Gebet. Wahre Macht. Nicht die Macht eines Gewehrs, sondern eine weit größere Macht. Als sie fertig gebetet hatten, erhoben sie sich und der Arzt wandte sich ihm zu. „Wir haben für Heilung gebetet. Nun müssen wir darauf vertrauen, dass der Herr sie schenken wird.“ Er griff in seine Tasche und holte ein kleines Buch heraus. „Lesen Sie das, mein Bruder, und Sie werden verstehen.“
Noor nahm das Buch und begann am Bett seines Sohnes, es zu lesen. Das Buch war ein heiliges Buch und erzählte von Jesus. Er las vier Stunden lang von Jesus als dem Sohn Gottes, der vom Vater gesandt wurde, um alle Menschen zu retten, die an ihn glaubten, Buße taten und ihm nachfolgten. Er las, dass Jesus viele Menschen geheilt hatte, und Jesus sagte, diese Menschen seien durch ihren Glauben geheilt worden. Er dachte an diejenigen, die er verletzt und getötet hatte, und er brach in Tränen aus, als seine Schuld und Scham ihn überwältigten. In den frühen Morgenstunden ging Noor noch einmal zitternd auf die Knie. Es war ein einfaches Gebet. „Herr Jesus, ich glaube, dass du meinen Sohn heilen wirst. Wenn du das tust, werde ich dir von ganzem Herzen nachfolgen und du wirst mein Gott sein. Ich flehe dich um Vergebung an für all die furchtbaren Dinge, die ich getan habe.“
„Mitte 2012 hatte Noor schon Hunderte Menschen zu Jesus geführt.“
Waqars Genesung war bemerkenswert. Binnen einer Woche war er wieder zu Hause. Noor Alam verschlang das Neue Testament und begann dann, in seinem Dorf von Jesus zu reden. Die Muslime konnten nicht glauben, was geschehen war, doch Noors Zeugnis sprach Bände. Sein Sohn hatte am Rand des Todes gestanden und war wieder gesund geworden. Doch noch unglaublicher war, dass dieser Kriminelle, dieser Mörder, nun predigte, dass Rettung, Vergebung und Heilung durch Liebe, durch die Liebe Jesu Christi möglich waren!
Einige Menschen entschieden sich für Jesus. Schließlich auch andere, manche aus dem Nachbardorf. Noor Alam predigte auf dem Markt und führte viele Menschen zu Jesus. Einige Muslime stellten seine Aussagen in Frage, doch niemand bedrohte ihn; jeder kannte seine Vergangenheit. Er traf einen Gemeindegründer von Big Life, der ihn lehrte und ihm zeigte, wie man Gemeinden gründete. Er schloss sich dieser Gemeinschaft an. Sie arbeiteten zusammen, besuchten Dörfer und gründeten Kirchen. Mitte 2012 war Noor Alam bekannt als Pastor Noor. Er hatte Hunderte Menschen zu Jesus geführt und Gemeinden in vielen muslimischen Dörfern gegründet. Er folgte Jesus von ganzem Herzen nach, genau wie er es versprochen hatte.
Was müssen Sie heute bekennen? Gottes Vergebung ist grenzenlos, wenn unsere Reue aufrichtig ist. Bitte beten Sie heute für Pastor Noors Dienst und für alle christlichen Dienste, die in Bihar arbeiten (Bihar ist berühmt-berüchtigt als der „Friedhof der Missionare“).
Quelle: NOOR ALAM, PETER HONE/JoelNews
Ausgabe: 17/2013
Die Stunden vergingen und trübe Gedanken kreisten in Noors Kopf, als er am Bett seines sterbenden Sohnes saß. Musste er tatsächlich jedes seiner Kinder verlieren? War das Allahs Strafe für alle Morde und Foltertaten, die er begangen hatte? Nein, er war stets treu im Glauben gewesen. Allah hatte ihm Macht über diese Ungläubigen gegeben. Er hatte sich nichts vorzuwerfen und bereute nichts. Sein Sohn würde nicht sterben. Das würde er nicht zulassen. Er würde die ganze Welt umbringen, wenn er müsste, aber Waqar würde überleben.
Als der Arzt den Jungen erneut untersuchte, sah er, dass dieser im Sterben lag. Er schüttelte seinen Kopf und drehte sich zu dem Vater des Kindes um, um ihm zu sagen, dass keine Hoffnung mehr bestand. Doch als er sich umdrehte, war plötzlich Noors Gesicht nur ein paar Zentimeter von seinem eigenen Gesicht entfernt, und seine Augen funkelten. Er hatte ein Messer in der Hand. „Sie werden das Leben meines Sohnes retten, sonst bringe ich Sie um“, drohte er. Der Arzt blieb ruhig. „Ich kann Ihren Sohn nicht retten“, antwortete er.“ Das liegt nicht in meiner Hand. Es tut mir leid.“
„Ich kann nichts für Ihren Sohn tun, aber ich kenne jemanden, der ihn heilen kann.“
Irgendetwas stimmte hier nicht. Noor brauchte ein paar Sekunden, bis er begriff, was es war: Dieser Mann hatte keine Angst vor ihm. Er hatte ihn gerade mit dem Messer bedroht, ihm mit dem Tod gedroht, und doch hatte dieser Mann keine Angst. Er sah ruhig und friedlich aus. Noor starrte ihn an und wusste nicht, was er tun sollte. Die Macht, die er immer in sich spürte, wenn er seine Opfer quälte, war verschwunden. Er hatte keine Kontrolle über diesen Mann. Er steckte das Messer zurück in seine Tasche und sah seinen Sohn an. „In wessen Händen liegt er dann? Ich habe bereits zu allen Göttern gebetet.“ Der Arzt sah ihn voller Mitleid an. „Ich kann nichts für Ihren Sohn tun, aber ich kenne jemanden, der ihn heilen kann. Es ist der Herr Jesus Christus. Wir können zu Jesus beten, jetzt gleich, wenn Sie möchten.“
Noor Alam nickte. Gemeinsam gingen die beiden auf die Knie. Noor kannte diesen Jesus nicht, aber als er den Arzt beten hörte, war er zutiefst ergriffen. Dieser Mann betete so, als ob er seinen Gott persönlich kennen würde, als ob er lebendig wäre, als ob er sich direkt bei ihnen im Raum befände. Er betete für Waqar, als wäre er sein eigener Sohn, als würde er ihn kennen und lieben. Noor spürte die Macht in diesem Gebet. Wahre Macht. Nicht die Macht eines Gewehrs, sondern eine weit größere Macht. Als sie fertig gebetet hatten, erhoben sie sich und der Arzt wandte sich ihm zu. „Wir haben für Heilung gebetet. Nun müssen wir darauf vertrauen, dass der Herr sie schenken wird.“ Er griff in seine Tasche und holte ein kleines Buch heraus. „Lesen Sie das, mein Bruder, und Sie werden verstehen.“
Noor nahm das Buch und begann am Bett seines Sohnes, es zu lesen. Das Buch war ein heiliges Buch und erzählte von Jesus. Er las vier Stunden lang von Jesus als dem Sohn Gottes, der vom Vater gesandt wurde, um alle Menschen zu retten, die an ihn glaubten, Buße taten und ihm nachfolgten. Er las, dass Jesus viele Menschen geheilt hatte, und Jesus sagte, diese Menschen seien durch ihren Glauben geheilt worden. Er dachte an diejenigen, die er verletzt und getötet hatte, und er brach in Tränen aus, als seine Schuld und Scham ihn überwältigten. In den frühen Morgenstunden ging Noor noch einmal zitternd auf die Knie. Es war ein einfaches Gebet. „Herr Jesus, ich glaube, dass du meinen Sohn heilen wirst. Wenn du das tust, werde ich dir von ganzem Herzen nachfolgen und du wirst mein Gott sein. Ich flehe dich um Vergebung an für all die furchtbaren Dinge, die ich getan habe.“
„Mitte 2012 hatte Noor schon Hunderte Menschen zu Jesus geführt.“
Waqars Genesung war bemerkenswert. Binnen einer Woche war er wieder zu Hause. Noor Alam verschlang das Neue Testament und begann dann, in seinem Dorf von Jesus zu reden. Die Muslime konnten nicht glauben, was geschehen war, doch Noors Zeugnis sprach Bände. Sein Sohn hatte am Rand des Todes gestanden und war wieder gesund geworden. Doch noch unglaublicher war, dass dieser Kriminelle, dieser Mörder, nun predigte, dass Rettung, Vergebung und Heilung durch Liebe, durch die Liebe Jesu Christi möglich waren!
Einige Menschen entschieden sich für Jesus. Schließlich auch andere, manche aus dem Nachbardorf. Noor Alam predigte auf dem Markt und führte viele Menschen zu Jesus. Einige Muslime stellten seine Aussagen in Frage, doch niemand bedrohte ihn; jeder kannte seine Vergangenheit. Er traf einen Gemeindegründer von Big Life, der ihn lehrte und ihm zeigte, wie man Gemeinden gründete. Er schloss sich dieser Gemeinschaft an. Sie arbeiteten zusammen, besuchten Dörfer und gründeten Kirchen. Mitte 2012 war Noor Alam bekannt als Pastor Noor. Er hatte Hunderte Menschen zu Jesus geführt und Gemeinden in vielen muslimischen Dörfern gegründet. Er folgte Jesus von ganzem Herzen nach, genau wie er es versprochen hatte.
Was müssen Sie heute bekennen? Gottes Vergebung ist grenzenlos, wenn unsere Reue aufrichtig ist. Bitte beten Sie heute für Pastor Noors Dienst und für alle christlichen Dienste, die in Bihar arbeiten (Bihar ist berühmt-berüchtigt als der „Friedhof der Missionare“).
Quelle: NOOR ALAM, PETER HONE/JoelNews
Ausgabe: 17/2013
Ein Mörder Teil 1
INDIEN: Ein Mörder begegnet Jesus (I)
Als Noor Alam zum ersten Mal einen Menschen umbrachte, hatte er keine Ahnung, was das in ihm bewirken würde. Sein Opfer war ein Geschäftsmann, der bei einem Gangster in der Stadt Schulden hatte und sie nicht begleichen wollte. Stattdessen hatte er den Gangster sogar noch beleidigt – er erzählte anderen, dieser sei so blöd gewesen zu glauben, er würde das Geld zurückzahlen! Noor Alam war ein Krimineller und verdiente seinen Wochenlohn damit, die Schuldner des Gangsters zu bedrohen, zu verprügeln und zu foltern. Und nun sollte er also diesen Unternehmer umbringen. Eine Weigerung war undenkbar – nicht wegen der Zulage von hundert Prozent, es gab einen viel schwerwiegenderen Grund: Ein Nein hätte wahrscheinlich ihn das Leben gekostet.
Das Risiko war minimal. Die Polizisten hier in Bihar hatten Angst vor dem Gangster und mieden ihn sorgfältig. Sie waren sowieso zahnlose Tiger: Trotz all seiner Raubüberfälle und Einbrüche hatte Noor Alam nur sehr wenig Zeit im Gefängnis verbracht. Nie wurde ihm irgendeine Schuld nachgewiesen. Aber Mord? Das machte ihn nun doch etwas nervös. Er lud seine Pistole, legte sich einen Schlachtplan zurecht – und fasste Mut. Das war eben sein Job, schließlich verdiente er sich den Lebensunterhalt damit. Der Typ war ein Hindu, also ein Ungläubiger, und als solchen konnte er ihn durchaus umbringen.
Er dachte an seine Familie – alles Moslems – und an seine loyale Ehefrau, die ihn noch nie hinterfragt hatte und auch nicht wissen wollte, woher das Geld kam. Und er dachte an seinen Sohn Waqar. Er brauchte Geld für Waqars Bildung. Noor hatte vier Söhne gehabt, aber drei von ihnen waren krank geworden und gestorben. Das hatte sein Herz gebrochen und seinen Glauben infrage gestellt, aber schließlich war er als stärkerer Moslem daraus hervorgegangen. Es war Allahs Wille gewesen, dass Waqar überlebte, und Waqar war die Sonne in Noors Leben. Er liebte ihn so zärtlich wie niemanden sonst. Noor wollte ihn zur Koranschule schicken. Waqar sollte ein Kämpfer für Mohammed werden.
„Der Mann fiel auf seine Knie und winselte um Gnade.“
Noor Alam betrat den Laden des Schuldners und forderte Zahlung. Der Geschäftsmann betrachtete ihn von oben bis unten, mit einem schmallippigen, abfälligen Grinsen. Was hatte er von diesem schmächtigen Typen mit Glatze und Nickelbrille schon zu befürchten? Tatsächlich sah Noor viel eher wie ein Buchhalter aus und nicht wie ein Schuldeneintreiber. Der Unternehmer warf seinen Kopf zurück und reagierte mit brüllendem Gelächter. Nun zog Noor die Pistole. Der Geschäftsmann verstand und hörte sofort auf zu lachen. Keine Spur mehr von Arroganz – Noor konnte die nackte Angst in seinen Augen sehen und verstand: Jetzt konnte er mit ihm tun, was immer er wollte. Er hielt das Leben dieses Mannes in seiner Hand! Der fiel auf seine Knie und winselte um Gnade, aber Noor kannte keine Gnade. Berauscht von dem Gefühl der Macht, betätigte er den Abzug. Er fühlte sich unbesiegbar. Er war mächtig. Er war wie Gott.
Im Laufe der folgenden Jahre ermordete Noor Alam weitere sieben Männer. Er sah alle größeren Gefängnisse Bihars von innen, kam aber immer wieder frei. Nach jeder Entlassung wurde er zuversichtlicher in seiner Überzeugung, dass Allah mit ihm war. Als Kind war er klein und schwach gewesen; die anderen Jungen hatten sich einen Spaß daraus gemacht, ihn zu tyrannisieren und zu verprügeln. Sein Selbstwertgefühl sank auf null. Er zog sich zurück, verlegte sich zunächst auf kleine Diebstähle und schließlich auf Einbrüche und Raubüberfälle. Natürlich brauchte er das Geld, aber noch mehr brauchte er die Erfolgserlebnisse, und so wurde er in seiner kriminellen Laufbahn immer kühner. Er bedrohte seine Opfer mit dem Messer und raubte sie aus, er verprügelte sie und manchmal fügte er ihnen sogar dann noch Schnittwunden zu, wenn sie gerade das Geld übergaben. Seine Opfer zu töten, nein, soweit war er nicht gegangen, aber er hatte Spaß daran, sie zu verletzen. Das Gefühl der Überlegenheit in solchen Situationen verschaffte ihm große Befriedigung. Einmal folterte Noor Alam einen Mann stundenlang, nur weil dieser ihn beleidigt hatte. Er hatte fest beschlossen: Keiner würde ihn jemals wieder beleidigen! Der Unternehmer hatte ihn ausgelacht, und Noor hatte ihn umgebracht. Das hatte sein Selbstwertgefühl auf eine nie gekannte Ebene gehoben. Nun, nach sieben weiteren Morden, hatte er sich Respekt verschafft. Die Leute fürchteten ihn, und er hatte niemanden zu fürchten.
„Sein letztes Kind auch noch zu verlieren – nein, das konnte nicht sein. Das würde er nicht zulassen!“
Im November 2010 wurde Noor Alams Sohn Waqar krank, er bekam starke Magenschmerzen und bald auch Fieber. Noor und seine Frau beteten für ihn und gingen zur Moschee in Raxaul – sie wollten den Imam bitten, für Waqar zu beten. Aber in den folgenden Tagen ging es Waqar immer schlechter. Das Fieber stieg und Waqar nahm nichts zu sich. Noor litt sehr darunter, seinen Sohn so leiden zu sehen, und in seiner Verzweiflung suchte er weitere Hilfe – wo auch immer: Er ging sogar zum Hindupriester und scheute nicht die Kosten für einen Schamanen. Umsonst! Waqar ging es immer schlechter. So trug Noor ihn auf den Armen zu seinem alten Auto und brachte ihn in das dreißig Kilometer entfernte Krankenhaus von Duncan. Die Ärzte kümmerten sich sofort um Waqar, und Noor konnte schon während der Untersuchungen an ihren betroffenen Gesichtern ablesen, dass die Lage ernst war. Drei Stunden wartete er auf das Ende der Untersuchungen, dann durfte er sich auf die Bettkante seines Sohnes setzen.
Noor blickte auf seinen schlafenden Sohn, der sehr geschwächt und nur oberflächlich atmend reglos dalag. Waqar war totenblass, sah aus wie ein Geist, wie ein Toter. Aber nein, Noor weigerte sich, auch nur daran zu denken! Verzweifelt rang er die Hände und weinte. Drei Kinder hatte er schon verloren, das erste durch Typhus, das zweite an Tuberkulose und das dritte nach einem Schlangenbiss. Sein letztes Kind auch noch zu verlieren – und Waqar war erst zwölf –, nein, das konnte nicht sein. Das ließ er nicht zu!
Der Arzt kam, um nach Waqar zu schauen, und erklärte Noor, es wäre ein Parasit im fortgeschrittenen Stadium. Innere Blutungen. Sie könnten praktisch nichts mehr tun, und vielleicht müsse Waqar sterben. Noor starrte den Arzt an und weigerte sich, seinen Worten zu glauben: „Sie wissen ja nicht, was Sie da sagen“, erwiderte er in ruhigem Ton. Der Arzt wich seinem Blick aus und antwortete schließlich so mitfühlend wie möglich: „Ich bin in ein paar Stunden wieder hier und schaue nach ihm.“
Quelle: NOOR ALAM, PETER HONE/JoelNews
Ausgabe: 16/2013
Als Noor Alam zum ersten Mal einen Menschen umbrachte, hatte er keine Ahnung, was das in ihm bewirken würde. Sein Opfer war ein Geschäftsmann, der bei einem Gangster in der Stadt Schulden hatte und sie nicht begleichen wollte. Stattdessen hatte er den Gangster sogar noch beleidigt – er erzählte anderen, dieser sei so blöd gewesen zu glauben, er würde das Geld zurückzahlen! Noor Alam war ein Krimineller und verdiente seinen Wochenlohn damit, die Schuldner des Gangsters zu bedrohen, zu verprügeln und zu foltern. Und nun sollte er also diesen Unternehmer umbringen. Eine Weigerung war undenkbar – nicht wegen der Zulage von hundert Prozent, es gab einen viel schwerwiegenderen Grund: Ein Nein hätte wahrscheinlich ihn das Leben gekostet.
Das Risiko war minimal. Die Polizisten hier in Bihar hatten Angst vor dem Gangster und mieden ihn sorgfältig. Sie waren sowieso zahnlose Tiger: Trotz all seiner Raubüberfälle und Einbrüche hatte Noor Alam nur sehr wenig Zeit im Gefängnis verbracht. Nie wurde ihm irgendeine Schuld nachgewiesen. Aber Mord? Das machte ihn nun doch etwas nervös. Er lud seine Pistole, legte sich einen Schlachtplan zurecht – und fasste Mut. Das war eben sein Job, schließlich verdiente er sich den Lebensunterhalt damit. Der Typ war ein Hindu, also ein Ungläubiger, und als solchen konnte er ihn durchaus umbringen.
Er dachte an seine Familie – alles Moslems – und an seine loyale Ehefrau, die ihn noch nie hinterfragt hatte und auch nicht wissen wollte, woher das Geld kam. Und er dachte an seinen Sohn Waqar. Er brauchte Geld für Waqars Bildung. Noor hatte vier Söhne gehabt, aber drei von ihnen waren krank geworden und gestorben. Das hatte sein Herz gebrochen und seinen Glauben infrage gestellt, aber schließlich war er als stärkerer Moslem daraus hervorgegangen. Es war Allahs Wille gewesen, dass Waqar überlebte, und Waqar war die Sonne in Noors Leben. Er liebte ihn so zärtlich wie niemanden sonst. Noor wollte ihn zur Koranschule schicken. Waqar sollte ein Kämpfer für Mohammed werden.
„Der Mann fiel auf seine Knie und winselte um Gnade.“
Noor Alam betrat den Laden des Schuldners und forderte Zahlung. Der Geschäftsmann betrachtete ihn von oben bis unten, mit einem schmallippigen, abfälligen Grinsen. Was hatte er von diesem schmächtigen Typen mit Glatze und Nickelbrille schon zu befürchten? Tatsächlich sah Noor viel eher wie ein Buchhalter aus und nicht wie ein Schuldeneintreiber. Der Unternehmer warf seinen Kopf zurück und reagierte mit brüllendem Gelächter. Nun zog Noor die Pistole. Der Geschäftsmann verstand und hörte sofort auf zu lachen. Keine Spur mehr von Arroganz – Noor konnte die nackte Angst in seinen Augen sehen und verstand: Jetzt konnte er mit ihm tun, was immer er wollte. Er hielt das Leben dieses Mannes in seiner Hand! Der fiel auf seine Knie und winselte um Gnade, aber Noor kannte keine Gnade. Berauscht von dem Gefühl der Macht, betätigte er den Abzug. Er fühlte sich unbesiegbar. Er war mächtig. Er war wie Gott.
Im Laufe der folgenden Jahre ermordete Noor Alam weitere sieben Männer. Er sah alle größeren Gefängnisse Bihars von innen, kam aber immer wieder frei. Nach jeder Entlassung wurde er zuversichtlicher in seiner Überzeugung, dass Allah mit ihm war. Als Kind war er klein und schwach gewesen; die anderen Jungen hatten sich einen Spaß daraus gemacht, ihn zu tyrannisieren und zu verprügeln. Sein Selbstwertgefühl sank auf null. Er zog sich zurück, verlegte sich zunächst auf kleine Diebstähle und schließlich auf Einbrüche und Raubüberfälle. Natürlich brauchte er das Geld, aber noch mehr brauchte er die Erfolgserlebnisse, und so wurde er in seiner kriminellen Laufbahn immer kühner. Er bedrohte seine Opfer mit dem Messer und raubte sie aus, er verprügelte sie und manchmal fügte er ihnen sogar dann noch Schnittwunden zu, wenn sie gerade das Geld übergaben. Seine Opfer zu töten, nein, soweit war er nicht gegangen, aber er hatte Spaß daran, sie zu verletzen. Das Gefühl der Überlegenheit in solchen Situationen verschaffte ihm große Befriedigung. Einmal folterte Noor Alam einen Mann stundenlang, nur weil dieser ihn beleidigt hatte. Er hatte fest beschlossen: Keiner würde ihn jemals wieder beleidigen! Der Unternehmer hatte ihn ausgelacht, und Noor hatte ihn umgebracht. Das hatte sein Selbstwertgefühl auf eine nie gekannte Ebene gehoben. Nun, nach sieben weiteren Morden, hatte er sich Respekt verschafft. Die Leute fürchteten ihn, und er hatte niemanden zu fürchten.
„Sein letztes Kind auch noch zu verlieren – nein, das konnte nicht sein. Das würde er nicht zulassen!“
Im November 2010 wurde Noor Alams Sohn Waqar krank, er bekam starke Magenschmerzen und bald auch Fieber. Noor und seine Frau beteten für ihn und gingen zur Moschee in Raxaul – sie wollten den Imam bitten, für Waqar zu beten. Aber in den folgenden Tagen ging es Waqar immer schlechter. Das Fieber stieg und Waqar nahm nichts zu sich. Noor litt sehr darunter, seinen Sohn so leiden zu sehen, und in seiner Verzweiflung suchte er weitere Hilfe – wo auch immer: Er ging sogar zum Hindupriester und scheute nicht die Kosten für einen Schamanen. Umsonst! Waqar ging es immer schlechter. So trug Noor ihn auf den Armen zu seinem alten Auto und brachte ihn in das dreißig Kilometer entfernte Krankenhaus von Duncan. Die Ärzte kümmerten sich sofort um Waqar, und Noor konnte schon während der Untersuchungen an ihren betroffenen Gesichtern ablesen, dass die Lage ernst war. Drei Stunden wartete er auf das Ende der Untersuchungen, dann durfte er sich auf die Bettkante seines Sohnes setzen.
Noor blickte auf seinen schlafenden Sohn, der sehr geschwächt und nur oberflächlich atmend reglos dalag. Waqar war totenblass, sah aus wie ein Geist, wie ein Toter. Aber nein, Noor weigerte sich, auch nur daran zu denken! Verzweifelt rang er die Hände und weinte. Drei Kinder hatte er schon verloren, das erste durch Typhus, das zweite an Tuberkulose und das dritte nach einem Schlangenbiss. Sein letztes Kind auch noch zu verlieren – und Waqar war erst zwölf –, nein, das konnte nicht sein. Das ließ er nicht zu!
Der Arzt kam, um nach Waqar zu schauen, und erklärte Noor, es wäre ein Parasit im fortgeschrittenen Stadium. Innere Blutungen. Sie könnten praktisch nichts mehr tun, und vielleicht müsse Waqar sterben. Noor starrte den Arzt an und weigerte sich, seinen Worten zu glauben: „Sie wissen ja nicht, was Sie da sagen“, erwiderte er in ruhigem Ton. Der Arzt wich seinem Blick aus und antwortete schließlich so mitfühlend wie möglich: „Ich bin in ein paar Stunden wieder hier und schaue nach ihm.“
Quelle: NOOR ALAM, PETER HONE/JoelNews
Ausgabe: 16/2013
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